Liveticker Iran-Krieg – Teheran: Zugeständnisse werden "mit Raketen" erzwungen

29.05.2026 15:15 Uhr
15:15 Uhr
IRGC: 24 Schiffe passierten Straße von Hormus binnen 24 Stunden
Die Iranische Revolutionsgarde (IRGC) hat mitgeteilt, dass in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 24 Schiffe die Straße von Hormus in Abstimmung mit iranischen Behörden passiert hätten.
Laut einer von der Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Erklärung der Marineeinheit der Revolutionsgarde darf täglich eine begrenzte Zahl von Schiffen über festgelegte Routen die strategisch wichtige Wasserstraße durchqueren, um "Überlastungen zu vermeiden".
Am Vortag hatte die IRGC erklärt, innerhalb von 24 Stunden hätten bereits 26 Handelsschiffe die Straße von Hormus passiert.
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch die nur wenige Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasexports transportiert. Nach Schätzungen passiert normalerweise rund ein Fünftel des globalen Ölhandels die Wasserstraße.
Im Zuge der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran hatte Teheran die Passage zeitweise eingeschränkt und die Durchfahrt stärker kontrolliert. Die Iranische Revolutionsgarde koordiniert derzeit die Schiffsbewegungen und lässt nur eine begrenzte Zahl von Schiffen pro Tag passieren.
15:00 Uhr
Iran: Zugeständnisse werden "mit Raketen" erzwungen
Der iranische Parlamentspräsident und an den Verhandlungen mit den USA beteiligte Unterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf hat erklärt, Iran erzwinge Zugeständnisse "nicht durch Dialoge, sondern mit Raketen".
"In Verhandlungen sorgen wir lediglich dafür, dass die Gegenseite das versteht", sagte Ghalibaf. Zudem betonte er, Teheran vertraue "weder Garantien noch Worten – allein Taten zählen". Kein Schritt werde unternommen, bevor nicht die andere Seite handle.
Weiter erklärte er: "Der Gewinner jeder Vereinbarung ist derjenige, der ab dem nächsten Tag besser auf einen Krieg vorbereitet ist."
Die Aussagen fallen in eine Phase sensibler Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über eine mögliche Verlängerung der Waffenruhe sowie über das iranische Atomprogramm.
۱-ما امتیازات را نه با گفتگو، بلکه با موشکها میگیریم، در مذاکره فقط آنها را تفهیم میکنیم.
— محمدباقر قالیباف | MB Ghalibaf (@mb_ghalibaf) May 29, 2026
۲- هیچ اعتمادی به تضمینها و حرفها نداریم، فقط رفتارها معیار است. اقدامی پیش از اقدام طرف مقابل انجام نخواهد شد.
۳-پیروز هر توافق، کسی است که از فردای آن بهتر برای جنگ آماده شود.13:30 Uhr
Iran lehnt Verlagerung von Uran ins Ausland ab – Streitpunkt in US-Verhandlungen
Der iranische Politiker Ebrahim Azizi hat erklärt, dass Iran seine Vorräte an angereichertem Uran nicht ins Ausland transferieren werde. Dies berichtete die iranische Mizan News Agency unter Berufung auf russische Staatsmedien.
Azizi sagte dem russischen Nachrichtenportal RIA Nowosti zufolge, Teheran habe "nicht die Absicht, sein angereichertes Uran in ein Drittland zu überführen", wie Mizan am Freitag berichtete.
Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran sollen sich Berichten zufolge einem Abkommen über eine Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus nähern. Offen bleibt jedoch weiterhin die Frage des Umgangs mit Irans Uranvorräten, die als zentraler Streitpunkt gelten.
Im Fokus stehen dabei rund 1.000 Pfund Uran, das bis zu 60 Prozent angereichert ist. Iran hat wiederholt erklärt, nicht auf sein Nuklearmaterial verzichten zu wollen, betont jedoch zugleich, keine Atomwaffen anzustreben.
US-Vizepräsident JD Vance sagte, es sei noch unklar, ob Präsident Donald Trump ein vorläufiges Memorandum unterzeichnen werde. Beide Seiten verhandelten weiterhin über einzelne Formulierungen und zentrale Punkte des Atomprogramms.
Trump hatte Anfang des Monats mit dem Einsatz von Gewalt gedroht, falls keine Einigung erzielt werde, um das Uran notfalls zu sichern. Laut CNN wurden bereits im März militärische Optionen geprüft, die einen Einsatz von Spezialkräften in der Anlage von Isfahan vorsahen – verbunden mit erheblichen Risiken und potenziell hohen Verlusten.
Azizi, head of the National Security Commission of the Iranian Parliament, told RIA Novosti:
— en_sharghdaily (@en_sharghdaily) May 29, 2026
Iran does not intend to transfer its enriched uranium to a third country. pic.twitter.com/MdMYHfnGXi13:00 Uhr
Israel will Kontrolle über Gazastreifen auf 70 Prozent ausweiten
Israel will seine militärische Kontrolle über den Gazastreifen weiter ausweiten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte in einer Rede, die Armee kontrolliere derzeit rund 60 Prozent des Gebiets. Seine Anweisung laute, diesen Anteil auf 70 Prozent zu erhöhen.
Auf den Zwischenruf eines Zuhörers, Israel solle gleich 100 Prozent einnehmen, entgegnete Netanjahu laut der Times of Israel, man gehe "Schritt für Schritt" vor – zunächst auf 70 Prozent. Damit beginne man nun.
Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der von den USA vermittelten Waffenruhe im Oktober 2025 hatte der israelische Kontrollbereich noch etwa 53 Prozent der Fläche umfasst. Der Gazastreifen ist rund 365 Quadratkilometer groß und damit etwa so groß wie München oder Bremen.
Israel und die Hamas werfen sich gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Die Hamas fordert einen vollständigen Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen, lehnt jedoch eine überprüfbare Entwaffnung sowie einen zivilen Übergang der Verwaltung ab.
12:15 Uhr
Gold steigt leicht – Märkte reagieren auf Berichte über US-Iran-Waffenruhe
Der Goldpreis ist leicht gestiegen, da Investoren neue Medienberichte über eine mögliche Waffenruhe zwischen den USA und Iran bewerten. Gleichzeitig bestehen weiterhin Sorgen über Inflation und mögliche US-Zinserhöhungen.
Der Spot-Goldpreis stieg um 0,3 Prozent auf 4.505,57 US-Dollar pro Unze (Stand: 04:22 GMT), lag jedoch im Wochenverlauf noch etwa 0,1 Prozent im Minus. US-Gold-Futures legten um 0,1 Prozent auf 4.535,90 US-Dollar zu.
Am Donnerstag war Gold zunächst auf ein Zweimonatstief gefallen, bevor es nach Berichten über eine mögliche Verlängerung der Waffenruhe wieder anzog.
"Gestern fiel Gold auf 4.360 Dollar und hätte vermutlich weiter nachgegeben, bis die [Waffenruhe-]Meldung kam, wodurch wir plötzlich eine Trendwende gesehen haben", sagte Brian Lan, Geschäftsführer von GoldSilver Central.
"Die Märkte warten nun darauf, dass der Deal unterzeichnet wird, selbst wenn er noch auf die Zustimmung von Präsident Donald Trump wartet."
Berichten zufolge haben die USA und Iran am Donnerstag eine Einigung erzielt, die Waffenruhe zu verlängern und Beschränkungen für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu lockern. Allerdings hat Trump dem Abkommen bislang noch nicht zugestimmt, und iranische Staatsmedien berichten, dass es noch nicht finalisiert sei.
11:15 Uhr
Trumps Sorge vor einem Obama-ähnlichen Deal mit Teheran
Donald Trump soll seinen Beratern laut Informationen der New York Times mitgeteilt haben, dass er keinem Abkommen zustimmen werde, das direkte Geldzahlungen der USA an Iran vorsieht. Ein US-Beamter bezeichnete dies als kommunikative Herausforderung und räumte zugleich ein, dass eine Form finanzieller Unterstützung für Iran wahrscheinlich notwendig sei.
Trump kritisiert den ehemaligen Präsidenten Barack Obama seit Jahren dafür, im Rahmen des Atomabkommens von 2015 "Paletten voller Bargeld" an Iran geschickt zu haben, um einen jahrzehntealten Finanzstreit beizulegen.
Vor diesem politischen Hintergrund hat Trumps Team offenbar Konzepte entwickelt, nach denen andere Staaten – darunter Katar – eingefrorene iranische Vermögenswerte in den USA für Teheran freigeben könnten. Die USA könnten dadurch formal argumentieren, den iranischen Staat nicht direkt finanziell zu unterstützen.
Ob dieser politische Ansatz die zahlreichen Kritiker überzeugen kann, sei jedoch fraglich, kommentierte die New York Times. Beobachter verweisen bereits darauf, dass Obama zwar rund 1,7 Milliarden US-Dollar an Iran überwiesen habe, unter Trump jedoch möglicherweise ein deutlich höherer Betrag iranischer Vermögenswerte indirekt freigegeben werden könnte.
10:45 Uhr
Israelische und libanesische Militärvertreter treffen sich zu Gesprächen im Pentagon
Israelische und libanesische Militärvertreter sollen am Freitag zu Gesprächen im Pentagon zusammenkommen, bei denen "Maßnahmen zur Eindämmung der Hisbollah" erörtert werden sollen, berichtet die Times of Israel.
Während Verhandlungsführer in den vergangenen Wochen bereits drei Gesprächsrunden im US-Außenministerium geführt haben, handelt es sich bei diesem Treffen um das erste, das ausschließlich von Militärvertretern beider Seiten geführt wird. Die Parteien hatten zuvor vereinbart, den Prozess in einen sicherheitspolitischen und einen diplomatischen Strang aufzuteilen. Die erste Sitzung des diplomatischen Strangs soll am Dienstag und Mittwoch der kommenden Woche im Außenministerium stattfinden.
Ein Vertreter der israelischen Botschaft erklärte, dass nach dem Treffen am Freitag keine größeren Ankündigungen erwartet würden und dass weiterhin große Hürden auf dem Weg zu einer Einigung bestehen. Ziel sei eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den Ländern sowie die erfolgreiche Entwaffnung der Hisbollah, die sich entschieden gegen diesen Prozess stellt.
Der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, wird laut Botschaftsangaben nicht an den Gesprächen im Pentagon teilnehmen.
Obwohl Libanon und Israel kürzlich einer Verlängerung einer im April vereinbarten "Waffenruhe" zugestimmt haben, hätten sich die israelischen Angriffe weiter verschärft. Israels Militär sei tiefer in das Land vorgedrungen und habe die Einwohner des Südlibanon aufgefordert, in den Norden zu fliehen.
Die libanesische Tageszeitung An-Nahar schrieb, es sei "nicht leicht", vorherzusagen, "zu welchen Ergebnissen die direkten libanesisch-israelischen Militärverhandlungen unter US-Schirmherrschaft heute im Pentagon führen könnten".
In einem Beitrag in den sozialen Medien sagte der libanesische Premierminister Nawaf Salam, dass "nichts" die fortgesetzten israelischen "Angriffe" im Süden des Libanon rechtfertigen könne.
Diese Angriffe würden "nur unseren Entschluss stärken, dass ein sofortiger Waffenstillstand notwendig ist, dass auf einen vollständigen israelischen Rückzug aus unserem Land hingearbeitet werden muss und dass die Autorität des Staates auf sein gesamtes Staatsgebiet ausgeweitet werden muss".
10:15 Uhr
Ölpreise fallen wegen möglicher US-Iran-Einigung
Die Öl-Futures haben ihren stärksten Wochenrückgang seit fast zwei Monaten verzeichnet, nachdem Berichte über eine mögliche Einigung zwischen den USA und Iran die Märkte bewegt haben. Diese könnte die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen Washington und Teheran umfassen.
Die Brent-Rohöl-Futures fielen auf 92,69 US-Dollar pro Barrel, was einem Wochenverlust von mehr als zehn Prozent entspricht. "Der Markt geht bereits davon aus, dass ein Deal zustande kommt und die Straße wieder geöffnet wird", sagte Jason Wong, Senior Market Strategist bei BNZ in Wellington, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt, weshalb bereits politische Spannungen in der Region starken Einfluss auf die globalen Energiepreise haben können.
09:00 Uhr
JD Vance: USA und Iran "sehr nah" an einer Einigung
US-Vizepräsident JD Vance sagte am Donnerstag, dass die USA und Iran "sehr nah" an einem Memorandum of Understanding (MoU) seien, das die Waffenruhe um 60 Tage verlängern, die Straße von Hormus wieder öffnen und Gespräche zur Begrenzung von Teherans Atomprogramm einleiten würde.
Die USA und Iran müssten noch mehrere Streitpunkte klären, bevor eine Einigung über den Krieg erzielt werden könne, sagte Vance. Auf die Frage der BBC, ob Präsident Donald Trump kurz davor stehe, ein Abkommen zu unterzeichnen, antwortete er, es sei noch zu früh, um zu sagen, "wann oder ob" beide Seiten eine Vereinbarung abschließen würden.
Das Abkommen soll Berichten zufolge die Waffenruhe um 60 Tage verlängern und Gespräche über die Zukunft von Irans Atomprogramm einleiten. Zuvor hatten US-Beamte am Donnerstag der BBC mitgeteilt, dass sich die beiden Länder auf einen Rahmen für eine Vereinbarung geeinigt hätten – vorbehaltlich der Zustimmung Trumps und der iranischen Führung.
Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete jedoch, dass das Abkommen weder abgeschlossen noch bestätigt worden sei. Demnach könnte es eine "uneingeschränkte" Passage durch die Straße von Hormus ermöglichen. Außerdem hätte Iran 30 Tage Zeit, Minen aus der wichtigen Schifffahrtsroute zu entfernen. Die USA würden zudem ihre Blockade aufheben und Ausnahmeregelungen bei Sanktionen gewähren, damit Iran den Ölverkauf wieder aufnehmen könne.
Axios, das am Donnerstag zuerst über eine vorläufige Einigung zwischen den USA und Iran berichtet hatte, erklärte, Trump sei über den Vorschlag informiert worden, habe ihn jedoch nicht sofort gebilligt und wolle sich einige Tage Zeit für die Prüfung nehmen.
Bei einem Auftritt am Donnerstagabend sagte Vance, die Unterhändler würden "bei einigen Formulierungen hin und her verhandeln", darunter auch bei der "Frage der Urananreicherung". "Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir sind sehr nah dran und werden weiter daran arbeiten", sagte er vor Reportern.
Die USA fordern seit Langem, dass Iran die Produktion hoch angereicherten Urans einstellt und seine bestehenden Vorräte beseitigt, die theoretisch zum Bau von Atomwaffen verwendet werden könnten.
Vance schlug bei dem Gespräch mit Reportern in Washington, D.C., insgesamt einen optimistischen Ton an und sagte, die USA gingen davon aus, dass die Iraner "in gutem Glauben" verhandelten.
Am Mittwoch berichteten iranische Staatsmedien über Teile dessen, was sie als inoffiziellen Entwurf eines 14-Punkte-Memorandums zwischen den beiden Ländern bezeichneten. Dem Bericht zufolge sollten unter anderem die Seeblockade iranischer Häfen durch die USA aufgehoben, US-Truppen aus der "Nähe Irans" abgezogen und der nichtmilitärische Verkehr durch die Straße von Hormus wiederhergestellt werden. Die Kontrolle über das Management und die Routenführung der Schiffe sollte dabei bei Iran und Oman liegen. Das Weiße Haus bezeichnete den angeblichen Memorandumsentwurf als "völlige Erfindung".
Die widersprüchlichen Berichte vom Donnerstag über eine mögliche Einigung verdeutlichen, wie unbeständig und offen die Verhandlungen weiterhin sind.
28.05.2026 21:25 Uhr
21:25 Uhr
Dementi aus Teheran: Keine Einigung auf Text des Memorandums
Wie inzwischen TASS unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldet, ist der Entwurf eines Memorandum of Understanding zwischen Iran und den USA – entgegen anders lautender, früherer Meldungen aus den USA – noch nicht abgestimmt und von der iranischen Führung genehmigt.
Dies habe die iranische Agentur unter Verweis auf eine Quelle aus dem Umfeld des Verhandlungsteams des Landes berichtet.
Nachtrag 21.48 Uhr:
Wie TASS inzwischen weiter meldet, entsprechen, so die bereits zitierte iranische Quelle, "die Behauptungen einiger westlicher Quellen, wonach der Text des sogenannten Memorandum of Understanding zwischen dem Iran und den USA endgültig verabschiedet worden sei und nun auf seine Bekanntgabe warte", nicht der Wahrheit. Dem Informanten zufolge habe "der Iran dem pakistanischen Vermittler noch nicht mitgeteilt, dass der Text endgültig verabschiedet worden sei".
Wie auch an dieser Stelle zuvor berichtet, hatte unter anderem das US-Portal Axios unter Berufung auf Quellen gemeldet, dass sich die Verhandlungsführer der USA und des Iran auf den Entwurf eines Memorandum of Understanding geeinigt hätten.
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