
Kopf-an-Kopf-Rennen bei Parlamentswahl in Schweden

Noch ist ungewiss, ob ein linkes Parteienbündnis die derzeitige konservative Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Ulf Kristersson, die von den nationalistischen Schwedendemokraten unterstützt wird, ablösen wird. Derzeit liefern sich die linken Parteien, die sich bisher in der Opposition befinden, ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem regierenden Rechtsblock.
Erstere besitzen nach dem vorläufigen Wahlergebnis vom Nachmittag des 14. September 2026 176 Mandate im schwedischen Reichstag. Die konservativen bis migrationskritischen Parteien haben drei Sitze weniger. Aber das kann sich noch ändern. Denn die Stimmen der im Ausland lebenden Schweden sowie spät abgegebene Briefwahlstimmen kommen noch hinzu – und könnten den Ausschlag geben. Mit einem endgültigen Wahlergebnis wird erst am kommenden Mittwoch gerechnet.

Der bisherigen Auszählung zufolge bleiben die Sozialdemokraten (Socialdemokraterna) mit 28,1 Prozent stärkste Kraft im schwedischen Parlament, trotz ihrer Stimmenverluste von 2,3 Prozentpunkten. Andere linke Parteien konnten hingegen Stimmen gutmachen. Die schwedischen Grünen (Miljöpartiet) legten um einem Prozentpunkt zu und erreichten 6,1 Prozent, die Linkspartei (Vänsterpartiet) erzielte 8,2 Prozent, ein Plus von 1,5 Prozentpunkten.
Zum Zünglein an der Waage könnte die links-liberale Zentrumspartei werden. Sie behielt auch bei dieser Reichstagswahl ihr Ergebnis von 7 Prozent bei. Allerdings hat die Centerpartiet vor der Wahl eine Koalition unter Einbezug der Linkspartei ausgeschlossen. Die Linkspartei aber wäre wahrscheinlich für eine Regierungsmehrheit notwendig.
Womöglich wird also die sozialdemokratische Spitzenkandidatin und vormalige schwedische Premierministerin Magdalena Andersson auf eine Tolerierung durch die Zentrumspartei zurückgreifen und eine Minderheitsregierung bilden.
Die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Ulf Kristersson, die Moderate Sammlungspartei (Moderaterna), gelangte hinter den Sozialdemokraten in der Wählergunst auf Platz zwei. Mit einem 0,8-Gewinn an Prozentpunkten konnte sie ihr Ergebnis auf 19,9 Prozent steigern. Auch die Christdemokraten (Kristdemokraterna) gewannen 0,9 Prozentpunkte hinzu und kamen auf 6,2 Prozent. Stimmengewinne fielen auch den Liberalen (Liberalerna) zu, sie bekamen 5,4 Prozent der Wählerstimmen (ein Plus von 0,8 Prozentpunkten).
Eine Enttäuschung ist der Wahlausgang hingegen für die Schwedendemokraten (Sverigedemokraterna). Sie hatten die Regierung Kristersson bisher toleriert und konnten sich Hoffnungen machen, bei einer Fortsetzung der Koalition an der Regierung mit beteiligt zu werden. Doch nun scheint es dafür womöglich nicht zu reichen. Denn im Vergleich zur vorherigen Wahl verloren die Schwedendemokraten 3 Prozentpunkte und kamen nur noch 17,5 Prozent.
Die Wahlbeteiligung betrug 80,3 Prozent, das ist etwas weniger als bei der letzten schwedischen Reichstagswahl im Jahr 2022, als 81,3 Prozent der Wahlberechtigten wählen gingen. Sie ist damit in etwa mit der Wahlbeteiligung bei der deutschen Bundestagswahl im Jahr 2025 vergleichbar. Diese machte 82,5 Prozent der Wahlberechtigten aus.
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