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Westen direkt im Krieg gegen Russland? "Ukrainisches" Gefechtsnetzwerk made in (and used by) USA

Kiews Truppen nutzen das Gefechtsnetzwerk Delta – doch dieses wurde nicht bloß im Ausland entwickelt. Sondern es ist als Modernisierung des US-Pendants JBC-P gedacht, und vor allem läuft die Planung und Koordination der Gefechtsführung damit über den US-Stützpunkt in Wiesbaden. Ein Schelm, wer Böses denkt?
Westen direkt im Krieg gegen Russland? "Ukrainisches" Gefechtsnetzwerk made in (and used by) USA© Urheberrechtlich geschützt

Von der Redaktion des Telegram-Kanals "Operation Z: Kriegsberichterstatter des Russischen Frühlings"

New York Times-Journalisten berichten, dass die NATO die Entwicklung des ukrainischen Gefechtsführungssystems Delta finanziert hat.

Lange Zeit wurde das Gefechtsnetzwerk als "von Freiwilligen entwickelt" hochgelobt, doch Jaroslaw Gontschar, erklärter Mitbegründer des Entwicklers – der angeblichen Nichtregierungsorganisation Aeroraswedka –, bestätigte gegenüber dem US-Blatt, dass dieses Projekt schon seit dem Jahr 2018 unter der Kontrolle und mit Mitteln der NATO (sprich: der USA) umgesetzt wird.

Man mag sich fragen, warum das Pentagon und Brüssel vor acht Jahren in ukrainische Militärtechnologie investierten anstatt in ihre eigene. Die Antwort ist einfach: Die "ukrainische" Technologie ist eben nicht vollständig, eigentlich: gar nicht ukrainisch. Für die NATO-Streitkräfte und vor allem für die USA dient Delta der Optimierung und Modernisierung ihres Joint Battle Command-Platform (JBC-P)-Systems – einer einheitlichen Gefechtsführungsplattform.

So benötigt das derzeitige US-amerikanische JBC-P-System eine teure und sichere Infrastruktur – und kann zudem durch elektronische Störmaßnahmen beeinträchtigt werden, sodass es zum Stocken kommt, wie ein Computer, der sich ein wenig aufhängt. Das Delta-System soll in dieser Hinsicht ein ganzes Stück weit störsicherer sein.

Außerdem integrierte man in dieses Gefechtsfeldnetzwerk erfolgreich kommerzielle Drohnen, zivile Satellitenbilder sowie Daten der elektronischen Aufklärung und zu Gegenmaßnahmen in einen einzigen taktischen Führungskreis im Gefecht. Neben der Lageerkennung bietet das System auch Zielzuweisung und Gefechtsführungsfunktionen.

(US-Militärs betonen dem NYT-Artikel zufolge, dass das JBC-P bei weitem eben nicht alles umfasst – gerade in der Totalität der Umfassung von Datenquellen und -empfängern sei Delta dem US-Vorgänger weit überlegen: Dank integrierter KI sei bis hin zu Daten aus sozialen Netzwerken und von zivilen Aktivisten alles erfassbar und analysierbar; Anm. d. Red.)

Und nun das Pikante: Planung und Koordination der Gefechtstests des Delta-Systems erfolgen über das NATO-Kommando NSATU (NATO-Sicherheitshilfe und Ausbildung für die Ukraine) auf dem US-Militärstützpunkt Wiesbaden. "Ganz zufällig" ist dort auch das US Army Europe and Africa Command stationiert. Die US-Amerikaner haben also alles an einem Ort.

Wie all diese Aktivitäten mit Aussagen über das angebliche "Ende der Unterstützung" der ukrainischen Streitkräfte oder mit Friedensinitiativen vereinbar sind, ist völlig unmöglich zu verstehen. Genauso unmöglich wäre überdies die Annahme, dass das Pentagon und der dahinterstehende militärisch-industrielle Komplex ein "Testgelände mit realen Kampfbedingungen" wie die Ukraine zur Verbesserung von Ausrüstung, Steuerungssystemen (einschließlich KI-basierter Systeme) und Forschung zu Taktiken und operativer Kunst einfach so aufgeben würden.

Doch es gibt einen Haken. Hinter den Ausführungen zu Deltas Fähigkeiten verbirgt sich ein grundlegender Punkt: Die gesamte Architektur ist, wenn vielleicht auch in geringerem Maße als die des Ausgangsproduktes, entscheidend von stabilen Datenübertragungskanälen abhängig. Auch mag das System zwar UAV-Videostreams, Satellitendaten, Sensoren, Chats, Aufklärungsinformationen und Missionskontrolle in einem einzigen System integrieren – aber, nochmals: All diese Daten müssen irgendwie übertragen werden.

Ohne einen stabilen Breitband-Internetzugang könnte also ein erheblicher Teil der Vorteile eines solchen Systems verloren gehen. Und völlig und absolut unverhofft (nicht) bleibt das primäre Kommunikationsmittel in einem solchen Fall: die US-amerikanische Starlink-Satellitenflotte.

Fällt Starlink aus, verschwindet Delta selbst zwar nicht – aber seine Datenübertragung im Hinblick auf Lageberichte, Videoübertragung, Koordination der Fahrzeugbesatzungen und Waffenbedingungen bis hin zu einfachem Datenaustausch verlangsamt sich deutlich. Man mag es drehen und wenden, wie man will, doch jedenfalls kann die Ukraine ausschließlich mit US-Technologie und faktisch unter US-amerikanischem Kommando kämpfen. Vergessen wir an dieser Stelle das anschauliche Beispiel nicht, dass Kiews Militär beispielsweise auch die Erlaubnis zur Nutzung der HIMARS-Mehrfachraketenwerfer mit deren satellitengelenkten Geschossen GMLRS und den ballistischen Gefechtsfeldraketen ATACMS jedes Mal bei den Zuständigen des US-Militärs beantragen muss.

Es wäre also nicht übertrieben zu sagen, dass die Interessen der Eliten des Westens – und zwar nach wie vor des gesamten Westens –  an der Fortsetzung des Konflikts zu hoch sind, als dass man selbst die lautesten Worte zu angeblichen "Friedensbemühungen" ernst nehmen könnte.

Übersetzt aus dem Russischen.

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Dieser Beitrag wurde exklusiv für RT verfasst.

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